Gestern abend habe ich mir „Hope for all“ angesehen. Dieser Film steht schon lange auf meiner Wunsch-Liste. Die Autorin und Filmemacherin Nina Messinger hat einen aufrüttelnden Dokumentarfilm über die Gefahren der konventionellen Ernährung auf unserem Planeten gemacht.
Zivilisationskrankheiten wie
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Übergewicht
    • Diabetes und
    • Krebs
sind in den westlichen Industrienationen an der Tagesordnung.

Nina Messinger stellt den Zusammenhang mit dem Milch- und Fleischkonsum her, der sich in den letzten 50 Jahren vervielfacht hat.

65 Milliarden Tiere werden jährlich für unsere Ernährungszwecke geschlachtet. Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der typisch westlichen Ernährungsweise und vielen Zivilisationskrankheiten. Dazu kommt, dass die Vergrößerung der Flächen, die für den Anbau von Viehfutter benötigt werden, unser Klima belasten, da immer mehr Regenwald – der extrem wichtig als Kohlendioxidspeicher ist – aus diesem Grund abgeholzt wird. Ein Drittel des weltweit produzierten Getreides wird an Masttiere verfüttert – während gleichzeitig 1,8 Milliarden Menschen hungern. Nina Messinger hat sich mit den Folgen unserer Ernährung auseinander gesetzt. Sie hat führende Ernährungswissenschaftler, Mediziner, Umweltexperten sowie Bauern und durch eine Ernährungs-umstellung von schweren Erkrankungen genesene Patienten aufgesucht und deren Erkenntnisse dokumentiert. In bewegenden Bildern und mit leiser Stimme erzählt dieser Film, dass eine pflanzliche Ernährung keine vorübergehende Lifestyle-Erscheinung, sondern eine Notwendigkeit für die Sicherung unseres gesamten Lebensraumes ist.

““Die Erde hat genug für die Bedürfnisse eines jeden Menschen, aber nicht genug für seine Gier.“ (Mahatma Gandhi)

Die Ehrfurcht vor dem Leben und die Achtung vor der Natur muss wieder in die Köpfe einziehen und Tiere mit Respekt behandelt und nicht als „Dinge“ betrachtet werden. Die Massentierhaltung und die damit verbundene lieblose und verachtende Behandlung aller Kreaturen hat mich entsetzt.

“Jede Mahlzeit ist eine Chance, die Welt zu verändern“ (Dr. Vandana Shiva)

Pflanzliches und ausgewogenes Essen hat eine überraschend positive Wirkung auf den Menschen. Denn was unsere Ernährung betrifft, ist weniger oft mehr. Aber nicht nur unsere eigene Gesundheit steht hier zur Debatte, sondern auch die nachhaltige Nahrungsversorgung der Weltbevölkerung und die Zukunft unserer Erde.
Der Film zeigt uns eine verblüffend einfache, aber gleichzeitig umfangreiche Lösung, die vor uns auf unseren Tellern liegt: Die Veränderung unseres Essverhaltens kann unsere Gesundheit und unseren Planeten wieder ins Gleichgewicht bringen.

“Dieser wichtige Film zeigt, was wir tun müssen, um diesen Planeten und all seine Bewohner zu schützen.“ (Paul McCartney)

Hier der offizielle Trailer zum Film:

Die Bildersprache des Filmes ist gewaltig und ich konnte manchmal nicht hinsehen. Die Schlachtung von sogenannten „Nutztieren“ – bei der es keinen Unterschied macht, ob die Tiere aus Massentierhaltung kommen oder auf Biohöfen artgerecht aufgezogen wurden – die ihren kommenden Tod oft ahnen und wie kleine Kinder schreien, das Kupieren der Schwänze bei kleinen Schweinen und das Herausreißen der Hoden mit der Hand bei männlichen Ferkeln, der Umgang mit gerade geschlüpften Hähnchenküken, die als Legehennen nicht zu gebrauchen sind, konnte ich nicht mit ansehen …

Dieser Film ist ein Appell an alle Menschen dieses Planeten, sich zu engagieren. Auch kleine Schritte helfen, um große Ziele zu erreichen.

Und für mich steht fest: Mein Verzicht auf Fleisch, Zucker – auch in Form von Stärke in Brot, Nudeln oder Reis – und Trinkmilch als Nahrungsmittel sowie der vorwiegende Verzehr von pflanzlicher Nahrung ( hauptsächlich naturbelassen ) ist so ein kleiner Schritt. Der nächste wird sicher das Weglassen von Käse und anderen verarbeiteten Milchprodukten sein. Und auch Fisch und Meeresfrüchte werden immer weniger auf meinem Speisezettel stehen.

“Dieser Film kann Ihr Leben retten! Beherzigen Sie seine Botschaften und nehmen Sie Ihre Gesundheit selbst in die Hand. Sich für eine pflanzliche Ernährung zu entscheiden wird der beste Entschluss Ihres Lebens sein.“ (Dr. Neal Barnard)

Eine Ernährungsumstellung, die Erfolg haben soll, geht nicht von heute auf morgen. Auch ich bin nicht irgendwann wach geworden und habe gesagt: So, jetzt gibt es kein Fleisch, keine Milch, keinen Zucker mehr! Nein, es war ein Prozess, den ich aktiv und weniger aktiv vorangetrieben habe. Gemeinsam mit der Integration von mehr und mehr Bewegungseinheiten habe ich Gewicht abgebaut, meine Fitness gestärkt und mein Wohlbefinden hat sich signifikant gebessert. Gerade in der Phase der Wechseljahre steigert eine gezielte – vorwiegend pflanzliche – Ernährung und regelmäßiges körperliches Auspowern Deine Gesundheit.

Bleib dran und lass Dich nicht beirren. Es lohnt sich!

 

Zu Wort kommen u.a.:

Dr. Jane Goodall / GB – Primatologin, UN-Friedensbotschafterin – geboren 1934, ist die bedeutendste Primatenforscherin der Welt. In fünf Jahrzehnten revolutionierte sie die vergleichende Verhaltensfor-schung und das Wissen über Menschenaffen und ihre Lebensräume. Schrittweise erweiterte sie ihre Forschung auf den Umweltschutz als Voraussetzung für die Erhaltung der Arten und auf den respekt-vollen Umgang mit allem Leben als Voraussetzung für einen nachhaltigen, vorsorgenden Umweltschutz.

Dr. Vandana Shiva / IND – Physikerin, Umweltaktivistin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises – geboren 1952, ist Quantenphysikerin, Umweltschützerin, Feministin, Bürgerrechtlerin und Vorstandsmitglied im Weltzukunftsrat. Außerdem berät sie die Welternährungsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen. 1982 gründete sie im ehemaligen Kuhstall ihrer Mutter in Dehra Dun das unabhängige Institut „The Research Foundation for Science Technology and Ecology“, das sie heute noch leitet. 1991 rief sie Navdanya ins Leben, eine nationale Bewegung zum Schutz der Artenvielfalt und der Unversehrtheit biologischer Ressourcen, vor allem traditioneller Saaten. Bisher wurden von der Organisation in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden und Initiativen in 16 Staaten 60 Saatgutbibliotheken eingerichtet. Ziel ist die Förderung des Ökolandbaus und des fairen Handels.

Prof. Dr. T. Colin Campbell / USA – Biochemiker, Ernährungsforscher, Leiter des China-Cornell-Oxford Projekts („China-Studie“) – geboren 1934, ist emeritierter Professor für Biochemie und Ernährungswissenschaften der Cornell University in Ithaca, New York. Über 40 Jahre war er einer der weltweit führenden Ernährungsforscher und hat über 300 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht.
Bekannt wurde er vor allem durch das von ihm in den 1980er und 1990er Jahren geleitete China-Cornell-Oxford-Project, dessen Ergebnisse unter dem Titel „The China Study“ publiziert wurden und internationale Aufmerksamkeit erregten. Dabei handelt es sich um die bisher umfangreichste Studie über den Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit. Diese und zahlreiche weitere Studien belegen nach Campbells Auffassung einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr tierischer Produkte und der Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen.

Dr. Caldwell B. Esselstyn, Jr. / USA – Chirurg, Präventivmediziner, Olympiasieger – geboren 1933, studierte Humanmedizin an der Yale University und der Western Reserve University School of Medicine. An der renommierten Cleveland Clinic in Ohio und an dem bekannten Londoner St. George’s Hospital wurde er zum Chirurgen ausgebildet. Seit 1968 arbeitet er für die Cleveland Clinic, wo er als President of the Staff fungierte und Mitglied des Vorstands war. Er führte den Vorsitz der Projektgruppe für Brustkrebserkrankungen der Klinik und leitete die dortige chirurgische Abteilung für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenerkrankungen.
Dr. Esselstyn gehört zu den Pionieren einer vollwertigen, pflanzlichen Ernährung zur Verhinderung und Heilung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Laufe seiner mehr als zwanzigjährigen ernährungswissenschaftlichen Forschung konnte er die Wirksamkeit solch einer Ernährung für das Stoppen und Umkehren von Erkrankungen der Koronararterien nachweisen. 1991 fungierte er als Präsident der Amerikanischen Gesellschaft für Endokrine Chirurgie und organisierte die erste amerikaweite Konferenz zur Heilung und Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Esselstyn wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2005 als Erster mit dem Benjamin Spock Preis für Mitgefühl in der Medizin. 1956 gewann er bei den Olympischen Spielen in Melbourne, Australien, die Goldmedaille im Ruder-Achter.

Prof. Dr. Claus Leitzmann / D – Biochemiker, ehemaliger Direktor des Institutes für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen – geboren 1933, ist Chemiker, Mikrobiologe, Biochemiker und Ernährungswissenschaftler. Seine Forschungsschwerpunkte sind Ernährungsprobleme in den Entwicklungsländern, Ernährungsökologie, Vegetarismus sowie Ernährungsbildung. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter des späteren Nobelpreisträgers Paul Boyer, Universität von Kalifornien in Los Angeles, und bis 1974 als Dozent für Biochemie und Ernährung sowie als Leiter eines Forschungslabors für Unterernährung in Thailand tätig. Danach wechselte er ans Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Giessen, das er von 1990 bis 1995 leitete. 1998 wurde er emeritiert. Claus Leitzmann, Autor zahlreicher Fachbücher, ist Mitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und fungiert als wissenschaftlicher Berater von Fachgremien, Stiftungen und Fachzeitschriften. Er ist Mentor des „Verbandes für Unabhängige Gesundheitsberatung“ und des „Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung“.

Dr. Rüdiger Dahlke / A – Arzt und Psychotherapeut – geboren 1951, ist seit Jahrzehnten als Arzt, Autor und Seminarleiter tätig. Mit dem Bestseller Peace Food als Starter einer späteren Reihe zur gesunden, tier- und umweltfreundlichen Vollwerternährung aus Pflanzen hat er wichtige Impulse für die vegane Bewegung gesetzt. Bekannt wurde er außerdem durch seine in 28 Sprachen übersetzen Bücher über Lebensphilosophie und Krankheitsbilder-Deutung.

Karl Ludwig Schweisfurth / D – ehemals größter Fleischfabrikant Europas – geboren 1930, ist ausgebildeter Metzger und studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er war Inhaber von Herta, einem einstigen Familienbetrieb, den er nach den durchrationalisierten Regeln amerikanischer Großschlachthöfe zum größten industriellen Fleischproduzenten Europas ausbaute. 25 000 Schweine und 5000 Rinder ließ Schweisfurth wöchentlich zu Herta-Wurst verarbeiten. Doch mit dem Erfolg kamen ihm immer mehr Zweifel. Ihm wurde klar, „dass Fleisch von derart hochgezüchteten und gequälten Tieren keine lebensfördernde Nahrung sein kann.“ 1984 verkaufte er Herta und fing als Bio-Unternehmer noch einmal neu an.

Prof. Dr. Marc Bekoff / USA – Tierverhaltensforscher – geboren 1945, ist Autor zahlreicher Grundlagenwerke und Bestseller. Er gehört zu den bedeutendsten Verhaltensforschern und Kognitionsbiologen und hat das Sozial- und Gefühlsleben von Tieren akribisch erforscht. Nach wie vor kämpft er mit Büchern, Artikeln und Vorträgen sowie in wissenschaftlichen Beratungsfunktionen für das Recht der Tiere auf einen respektvollen Umgang und gegen Tierquälerei.

Harold Brown / USA – ehemaliger Rinder- und Milchbauer – geboren 1956, wuchs auf einer traditionellen Farm mit Rinderhaltung zur Fleisch- und Milchproduktion auf und arbeitete zwischendurch in der Milchindustrie. Als er, wie viele andere in seiner Familie auch, unter massiven Herz-Kreislauf-Problemen zu leiden begann, befasste er sich mit den möglichen ernährungsbedingten Ursachen und stellte seine Ernährung auf eine rein pflanzliche um. Seine Beschwerden verschwanden. Er befasste sich noch tiefer mit der Materie, revidierte seine bisherigen Annahmen über die Landwirtschaft und den Stellenwert der Tiere und wurde zum veganen Aktivisten.

Jan Gerdes / D – ehemaliger Milchbauer, Gründer der Tierschutzstiftung Hof Butenland – geboren 1954, hat als Landwirtschaftsmeister den elterlichen Milcherzeugungsbetrieb Hof Butenland zunächst konventionell, dann als Demeter-Hof betrieben. Doch auf Dauer konnte er das auch auf Biohöfen mit der Milcherzeugung verbundene Tierleid nicht ertragen. Er beschloss seinen Hof aufzugeben und zu verkaufen. Als der erste Schlachttransporter mit seinen Kühen abfuhr, brach ihm das Herz. Mit den verbliebenen Kühen gründete er das erste Kuhaltersheim Deutschlands. Inzwischen ist der Hof Butenland zum idyllischen Lebenshof für über hundert unterschiedliche Tiere geworden.

Hubert Liebertz / D – ehemaliger Schlachter, geboren 1965, machte in einer kleinen deutschen Metzgerei eine Lehre zum Schlachter und Fleischhauer. Danach arbeitete er in verschiedenen Schlachthöfen als Kopfschlächter. Irgendwann hat er das Leid der Tiere nicht mehr ertragen und diese Arbeit beendet.

Margarete Langerhorst / A – Biobäuerin, geboren 1949, ist Autorin, Referentin und Bio-Bäuerin. Gemeinsam mit ihrer Familie betreibt sie seit 1973 eine bio-vegane Landwirtschaft mit Misch- und Permakultur in Waizenkirchen, Oberösterreich. Auf ihrem 3,5 Hektar großen Gartenhof ernten sie ohne Maschineneinsatz jährlich genug, um sich selbst zu versorgen und den Betrieb im Vollerwerb zu führen. Es werden unterschiedliche Obst- und Gemüsearten, Kräuter und Nüsse angebaut. Gedüngt wird mit Gründüngung, Pflanzenkompost, Steinmehl, Mulch und Holzasche. Margarete Langerhorst ist Mutter von 5 Kindern, die alle vegan großgezogen wurden.

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