„Die soll man roh essen können?
Ernsthaft?
Das Zeug schmeckt doch  nur nach Erde!“

So hat meine bessere Hälfte reagiert als ich von einem Wochenende in Berlin zurückkam. Dort habe ich bei Petra Birr die Ausbildung zum ärztlich geprüften Ernährungsberater – mit Schwerpunkt Rohkost – absolviert und natürlich hat er die Rezepte verkosten dürfen.

Aber Rote Bete? Nein, das geht ja nun wirklich nicht!

Warum nur ist die Rote Bete so unbeliebt? Das hat sie mit vielen anderen Rübensorten gemein. Ob Steckrübe, rote oder weiße Rübe, Pastinake oder Petersilienwurzel – zu allen gibt es jede Menge Vorbehalte. Und das vollkommen zu Unrecht.

Die Rote Beete oder auch Rote Bete (Beta vulgaris subsp. vulgaris) ist eine Kulturform der Rübe und gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Sie hat ihren Ursprung im Mittelmeerraum und stammt von der Wilden Rübe ab. Infolge einer Weiterveredlung im 19. und 20. Jahrhundert entstand die rote Farbe. Seitdem wird die Rote Beete auch gerne als Färberpflanze eingesetzt. Heute werden zum Beispiel Lebensmittel mit ihrer Hilfe eingefärbt.

In Deutschland gehört die Rote Beete zu den klassischen Wintergemüsen. Die Erntezeit beginnt im Juli und kann bis zum ersten Frost andauern. Die Rüben können über den Winter frostfrei in Mieten gelagert werden – wirlagern Rote Bete mittlerweile in einer sandgefüllten Kiste in unserem Minigarten.

Die Rote Bete ist in vielerlei Hinsicht ein fast unbezahlbares Lebensmittel. Eine hohe Konzentration des Glykosids Betanin sorgt für die rote Farbe. Die Rübe verfügt über einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen, darunter B, A, C, Folsäure, Kalium, Eisen, Kalzium, Magnesium sowie Phosphor. Auch das enthaltene Nitrat ist zu nennen.
Betain ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der die Funktion der Leberzellen stimuliert, die Gallenblase kräftigt und dabei hilft, die Gallengänge gesund und frei zu halten. Dadurch wird für eine reibungslose Verdauung gesorgt.Er besitzt ausserdem die Fähigkeit vor Herz- und Gefässkrankheiten zu schützen.

Da Rote Bete nicht nur Betain, sondern auch in grossen Mengen Folsäure enthalten, darf der regelmässige Genuss von Rote-Bete-Gerichten und Rote-Bete-Saft als echte Vorbeugungsmassnahme gegen Herzinfarkt und insbesondere Schlaganfall betrachtet werden.
Rote Bete ist – wie bereits erwähnt – ausserordentlich reich an Folsäure (um die 80 Mikrogramm pro 100 Gramm). Dieser Vitalstoff ist ganz besonders für Schwangere von Bedeutung, da er für die Produktion neuer Zellen benötigt wird. Ist genügend Folsäure vorhanden, bleibt das ungeborene Baby vor Lippen-Gaumen-Spalten und dem sog. offenen Rücken (Spina bifida) verschont.

Auch Menschen, die sich in einem Heilungsprozess befinden, profitieren von der Folsäure (und allen anderen Inhaltsstoffen der Rote Bete) und reagieren mit einem beschleunigten Heilvorgang.
Da Folsäure – und viele andere Vitalstoffe – hitzeempfindlich sind und ausserdem bei Lagerung abgebaut werden, solltest Du Rote-Bete-Saft wenn möglich selbst herstellen (gekaufte Säfte sind pasteurisiert und stehen seit einiger Zeit unter Lichteinfluss im Ladenregal) und bevorzugt Rote-Bete-ROHkost zu sich nehmen.

Man sagt der Roten Beete eine blutreinigende, blutdrucksenkende, entsäuernde und stoffwechselanregende Wirkung nach. Sie soll mit ihren sekundären Pflanzenstoffen das Immunsystem stärken und Entzündungen hemmen können.

Und was was ist aus der oben beschriebenen Abneigung geworden?

Eine große Liebe!

Der Rote-Bete-Rohkostsalat kommt in unserer Küche mindestens an 3 Tagen der Woche auf den Tisch – klassischerweise im Verbund mit Äpfeln, Rosinen und Zitronensaft. Und er hat eindeutig einen Suchtfaktor!

PS: Wissen solltest Du, dass es beim Verzehr größerer Mengen zu einer kurzzeitigen Rotfärbung von Stuhl und Urin kommen kann. Das ist allerdings vollkommen harmlos.

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