Eine TV-Dokumentation hatte schuld an unseren Reiseplänen … Darin ging es um große und aussergewöhnliche Markthallen in Europa. Und Riga besitzt gleich 5 davon.

Die Gebäude, die heute als Markthallen dienen und zum charakteristischen Bestandteil des Rigaer Stadtbildes geworden sind, wurden ursprünglich in Kurzeme (Kurland) gebaut, wo sie in Vaiņode von der deutschen Armee als Zeppelin-Hangars genutzt wurden. Unter den Hallen wurden Keller aus Beton gebaut, die eine zwei Hektar große unterirdische Stadt mit insgesamt 337 Meter langen Korridoren bilden.  1938 konnten in 27 Tiefkühlräumen bis zu 310 000 Kilogramm Ware untergebracht werden. Drei Tunnel waren mit Ausgängen am Rande des Kanals verbunden und die Ware wurde mit Lastenaufzügen an die Oberfläche befördert.

Als der Zentralmarkt Riga 1930 feierlich eröffnet wurde, galt er nicht nur als der größte, sondern auch als der beste und modernste Markt Europas. Dieser hat sich immer im Herzen der Stadt befunden und wird deshalb auch manchmal „Bauch“ der Stadt genannt.

Wir haben unsere Entscheidung einige Tage in dieser Stadt zu verbringen, nicht bereut. Vieles lässt sich zu Fuß erreichen und wenn nicht, sind die öffentlichen Verkehrsmittel sehr preiswert.

Die im Jahre 1201 von Bischof Albert von Buxhoeveden aus Bremen gegründete Stadt Riga wurde die Hauptstadt von Livland (lateinisch: Livonia). Riga war vor allem Sitz der Erzbischöfe von Riga, aber auch eine immer bedeutender werdende Handelsstadt, die der Hanse angehörte. Die Innenstadt Rigas wurde 1997 In das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen, wegen des „außergewöhnlichen universellen Wertes“ aufgrund der weltweit einzigartigen Qualität und Quantität der Jugendstilarchitektur bei relativ intakt gebliebenem historischen Stadtgefüge und wegen der Holzarchitektur aus dem 19. Jahrhundert. Das städtebauliche Muster Rigas umfasst den mittelalterlichen Kern, einen Halbkreis von Boulevards um die Altstadt herum und die Neustadt mit ihren regelmäßig angelegten Straßenzügen. Alle Bereiche konnten sich ihre Authentizität und den architektonischen Charakter erhalten.

Ein wenig hat uns Riga mit seinen schönen Jugenstilhäusern wirklich an das Waldstraßenviertel in Leipzig erinnert – und die Lettische Nationaloper und Ballett auf dem Aspazijas-Boulevard, das weiße Haus von Riga ähnelt der in unsererHeimatstadt wirklich sehr!

Für uns war es aufregend zu sehen, wie die Bürger von Riga den dunklen Winter mit Lichtinstallationen erhellen – damit verbreitet sich eine wirklich anheimelnde Stimmung. Bedenke, es wurde erst gegen 9 Uhr hell und nachmittags gegen 3 Uhr dämmerte es schon wieder.

Die Weihnachtsmärkte – insbesondere der am Dom – laden bis zum 6. Januar zum Besuch ein. Sogar in der Silvesternacht sind die Stände geöffnet. Die Stadt zieht mittlerweile sehr viele Touristen an, es wird u.a. englisch, deutsch und russisch gesprochen – lettisch natürlich auch, aber da verstehe ich nicht ein Wort.

Am Silvestertag sind wir nach Jurmala gefahren. Jurmala ist ein Badeort, ca. 30 Minuten Bahnfahrt von Riga entfernt. Er erstreckt sich über etwa 40 km nordwestlich von Riga entlang der Küstenlinie. Hier gibt es einen langen Sandstrand und neben den eindrucksvollen Villen der Neureichen gibt es auch sehenswerte Häuser in traditioneller Holzbauweise. Allerdings haben einige noch großen Restaurationsbedarf.

Nach unserer Rückkehr haben wir uns noch ein bischen ausgeruht, um dann den Silvesterabend am Kai des 11.November direkt am Ufer der Daugava zu verbringen. Die lettische Hauptstadt bietet Besuchern Silvester eine interessante Kulisse mit einer einzigartigen Lichtershow. Viele Gäste feiern in der malerischen Altstadt von Riga und am Kai – wo von 22:00 Uhr bis 2:00 Uhr ein Unterhaltungsprogramm einheimischer Künstler angeboten wird.

Wir feiern also in der malerischen Altstadt von Riga und um Mitternacht gibt es ein Feuerwerk zu klassischer Musik. Die „Völkerwanderung“, die nach dem Ende des Feuerwerks eingesetzt hat, war fast noch beeindruckender als das Spektakel selbst. Soviele Menschen auf dem Heimweg …
Am nächsten Morgen zeigte sich der Himmel von einer extrem feuchten Seite und da unser Flieger schon am Nachmittag gen Heimat startete, machten wir uns nach dem Besuch des historischen Cafes „V.Kuze“ auf den Weg zum Airport.
Ich kann die Stadt nur wärmstens empfehlen, auch im Winter – auch wenn Lettland sicher noch viel mehr zu bieten hat!

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