Der bewusste Verzicht auf Nahrung ist gut für Körper, Geist und Seele. Denn in dieser Phase hat unser Organismus Zeit zum Entgiften und Entschlacken. Der Mensch hat in seiner Evolution immer wieder Fasten-Perioden erlebt und Evolutionsbiologen behaupten, dass der menschliche Körper nicht für die ständige Nahrungsaufnahme vorgesehen ist.
Während einer Krankheit, in einer Trauerphase oder bei Freude vergeht uns ja auch vielfach der Appetit und wir essen nichts.
Das ist ja schon Fasten im Kleinen.

Fasten- und Wandern ist weder Selbstquälerei noch sportliche Leistung.
Fastenwandern ist ein Zurückfinden zu sich selbst. Im Fastenwandern vereinigen wir: Verzicht auf feste Nahrung, mehr Bewegung, Sonne, frische Luft und das direkte Naturerlebnis.
Sicher kann jeder in seiner Fastenzeit allein oder mit Freunden wandern, doch für viele ist das Fasten-Wandern in einer Gruppe Gleichgesinnter aber leichter und angenehmer.

Und so haben wir im dritten Jahr in Folge bei Christoph Michl unsere Fastenwandertour gebucht. Nach 2015 mit Wandern im Fläming, Kloster Lehnin und Potsdam und 2016 in der sächsischen Schweiz, haben wir uns dieses Mal die hessische Rhön ausgesucht.

Untergebracht sind wir im Ferienbauernhof „Storchshof“ in Poppenhausen im Grenzgebiet von Hessen, Bayern und Thüringen.

Wie läuft eine Fastenkur ab?

Eine Fastenkur lässt sich klassisch in drei verschiedene Etappen einteilen.

  1. Entlastungs Tage dienen zur Einstimmung und leichten Entlastung der Verdauungsorgane. An diesen Tagen verzichtet man auf tierisches Eiweiß, Kaffee, Zucker und Alkohol. Man ißt kalorienreduziert (max 500 kcal.)  etwas frisches Obst sowie 1-2 Mal etwas Reis und stellt sich auf die Fastenzeit ein. Dauer: ein bis zwei Tage

  2. Voll-Fastentage sind geprägt vom Verzicht auf jedwede feste Nahrung. Es wird nur Flüssiges gegessen bzw. getrunken. Viel gutes Wasser, frisch gepresste Gemüse- aber auch Obstsäfte und abends eine Fastenbrühe mit frischen Kräutern. Highlight des Tages ist für uns der teelöffel Honig, der irgendwo unterwegs genossen wird.

  3. Aufbautage – der Wiedereinstieg in das „essende Leben“ und die „essende Gesellschaft oder Familie“ bringt so manch eine Herausforderung mit sich. Der Körper wird langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt und es braucht Feingefühl, Selbstdisziplin und Achtsamkeit, um die gereinigte Innenwelt beizubehalten.

  4. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, alte Ernährungsgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen und Neues zuzulassen. Mit einem sensibilisierten Geschmack ist es ein Abeteuer, den gesunden Weg weiter zu gehen.

Für Fastende empfiehlt es sich, sich regelmäßig zu bewegen und zu entspannen. Yoga, Qi Gong oder Thai Chi Übungen sind ideal. Auch Spaziergänge oder Wanderungen in der Natur, Saunabesuche und Massagen tun gut. Ein basischer Leberwickel und im Idealfall eine Mittagsruhe dürfen nicht fehlen. Ebenso die basische Körperpflege mit basischen Fußbädern und basischen Wannenbädern reinigen die Haut und fördern die Reneration und die Säure-Basen-Balance.

Naturheilkundliche Anwendungen wie zum Beispiel die Colon-Hydro-Therapie fördern den Erfolg der Fastenzeit noch zusätzlich. Homöopathische Arzneien und Schüsslersalze können dem Körper helfen und stärken die Entgiftungsorgane Leber und Nieren.

Unsere Gruppe besteht aus unserem Wanderleiter Bernd-Uwe Nelka und mehr als 15 Fastenden zwischen 30 und 72 Jahren. Alleinreisende Frauen und Männer sowie einige Paare, so wie wir.

Im Vorfeld haben wir die Planung der Tage und der einzelnen Wandertouren zugesendet bekommen.

Der Tag läuft gewöhnlich so ab:
07:45    Morgenmeditation
08:00    Teetrinken, Teeflaschen für die Wanderung füllen
09:00    Beginn der Tageswanderung – Rückkehr gegen 17 Uhr
19:00     Gemüsebrühe und Tee
19:30     Abendgespräche: Das Fasten, Gesunde Ernährung, Gesundheitsvorsorge

Unsere Tagesprogramme – die Angaben zur Länge der Strecke und Anzahl der Schritte hab ich meinem Schrittzähler zu verdanken

17.04.2017 -> 8,89km   13.053 Schritte am Tag
Beginn der Veranstaltung 15:30 Uhr – Begrüßung – Spaziergang zur Burgruine auf dem Ebersberg

18.04.207 -> 17,48km   25.428 Schritte
Wanderung zur Maulkuppe (706m )

19.04.2017 -> 22,00km   31.437 Schritte   471 Höhenmeter
Wanderung zur Wasserkuppe ( 950m ) bei extremem Schneetreiben

20.04.2017 ->21,48km   33.564 Schritte
Wanderung durch die Kaskadenschlucht zum Naturschutzgebiet „Rotes Moor“

21.04.201 -> 17,82km   25.411 Schritte   243 Höhenmeter
Hochrhönertour am Steinkopf ( 888m ) vorbei am Gangolfsberg, am Basaltsee und am steinerenen Haus zum Heidelstein ( 912m )

22.04.2017 -> 15,52km   22.413 Schritte   325 Höhenmeter
Wanderung zur Milseburg (835m ) – am Nachmittag Fastenbrechen mit einem Apfel

23.04.2017 Ende der Fastenwoche nach dem Frühstück

Während der Wanderungen wird viel erzählt: über den Anspruch an sich selbst, über die eigene Gesundheit, Familie und Kinder… Auch die Beweggründe für diese selbstgewählte Auszeit werden berichtet. So arbeiten wir Blockaden und Ängste auf, finden wieder ins seelische Gleichgewicht.

Oft verarbeitet das Gehirn tief liegende Ängste nachts in Fastenträumen und hilft uns, Themen zu erkennen, die verarbeitet werden müssen. So hatte ich in der dritten Nacht einen Traum, der möglicherweise Verlustängste symbolisiert. Das ist einin Thema, das wohl niemand gern freiwillig auf seine To-Do-Liste setzt.

An fast jedem Tag gab es eine Art „Schweigemarsch“ – die Teilnehmer nehmen entweder Kontakt zu ihrem Unterbewusstsein auf oder lassen die Schönheit der Natur auf sich wirken.

Im Lauf der Woche finden sich die Teilnehmer der Fastenwanderung zu einer Gruppe zusammen, deren Mitglieder sich gegenseitig helfen und versuchen zu verstehen. Die Woche verläuft entspannt und Konfrontationen werden vermieden. So kann sich auch die Seele erholen und Kraft für neue Aufgabe sammeln.

Dieses Auftanken ist neben der körperlichen Entlastung für mich so erholsam, dass ich das Fasten in Verbindung mit dem Wandern in der Gruppe gern jedes Jahr mindestens einmal genieße. Es hilft mir nicht nur körperlich Ballast abzuwerfen, sondern hilft meiner Seele, auch die Themen, die die Menopause mit sich bringt, besser zu bewältigen.

In diesem Jahr hatte ich das große Glück, im Nachbarort eine naturheilkundliche Arztpraxis zu finden, in der mir neue Behandlungsansätze zu Wechseljahren und Schilddrüsenproblemen aufgezeigt wurden. Ich bin beiden Doktoren von Rosen sehr dankbar und berichte in einem der nächsten Beiträge über das, was ich erfahren habe.

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